Adiós Camino!

„Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei, jawoll mein Schatz, es ist vorbei…“ 😉

Vorbei ist es noch lange nicht, schließlich sind wir ja noch in Spanien. Aber ja, die letzten Stunden sind eingeläutet. Der Weg ist gegangen… Zeit zur Rückkehr nach Hause 😦

Am frühen Morgen gegen 6 Uhr verlassen wir die Herberge in aller Stille. Und begeben uns zur Station. Der erste Bus des Tages bringt uns retour nach Santiago. Außerhalb der Stadt, unweit des Flughafens, haben wir eine schöne Übernachtung gebucht, die wir nun ansteuern. Ab Santiago laufen wir stadtauswärts. Der Weg zur Unterkunft führt uns auf dem Camino Francés entlang. Nur umgekehrt. Und das bedeutet, dass Weiterlesen

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Muxia – Das mystische Ende der Welt

Fisterra –> Muxia, 18. April, 31 km

Heute gönnen wir uns den Luxus eines Taxis. Zusammen mit zwei anderen deutschen Pilgern, die den Camino del Norte hinter sich gebracht haben, fahren wir bis nach Lires. Das liegt genau auf halbem Weg nach Muxia. So brauchen wir nur noch 15 km laufen. Fern der Küste, führt der Weg durchs Land. Die Sonne bleibt heute fern.

Dass hier das Leben auch Arbeit bedeutet, zeigt sich bald an der Wäscheleine. Hahaha 😉 Auf dem Weg treffen wir einen süßen kleinen Hund, der uns gern begleitet hätte oder hätten wir gern, dass er uns begleitet? 🙂 Weiterlesen

Fisterra – Am sonnigen Ende der Welt

Cee –> Fisterra, 17. April, ca. 15 km

Wo liegt der Unterschied zwischen Fisterra und Finisterre? Fisterra ist galizisch, Finisterre spanisch. Beides beschreibt den selben Ort 😉

Jetzt, da wir zu zweit sind, sind die Abläufe am Morgen wieder etwas anders. Auch das gemeinsame Wandern steht jetzt unter einem ganz anderen Stern, denn wir sind ja schon angekommen, alles weitere ist Zusatz. Und außerdem sind wir nicht ganz frei von körperlichem Blessuren. Bei Andrea zeigen sich jetzt die ersten Blasen an den Füßen und bei mir schmerzt das linke Schienbein. Also ist Rücksicht geboten.

Als wir in Cee starten, folgen wir brav der Beschilderung. Diese wurde allerdings erneuert und führt uns nun einmal quer durch die Stadt. Nach einer halben Stunde landen wir unweit unseres Ausgangspunktes. Hahaha 😉 Weiterlesen

Santiago de Compostela

Santiago, 15. – 16. April – Ostern 2017

Gemeinsam im breiten Bett erwacht. Was kann es Schöneres geben? Guten Morgen Santiago, wir sind angekommen.

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Als erstes holen wir drei unseren Verdienst ab. Die berühmte La Compostela. Das Büro dazu findet sich übrigens um die Ecke vom Vorplatz der Kathedrale, die kleine Straße am berühmten Hotel Parador hinunter und dann gleich nach rechts abbiegen. Frühes Eintreffen lohnt sich, denn wir sind fast allein, als wir uns gegen 9 Uhr an die Schalter stellen. Die Beamten sind allerdings Weiterlesen

Bom Caminho Portugués 6

Da „isse“ wieder… vom Kloster so beseelt, dass ich mich länger nicht gemeldet habe… Dabei ist es so aufregend, kurz vor Santiago de Compostela und das noch kurz vor Ostern!

Wir schnappen also in aller Herrgottsfrühe unsere sieben Sachen und machen uns in kleinen Grüppchen auf den Weg, einige wollen die letzten 30km durchlaufen bis zum Ziel, der Tag ist ja noch lang… Einige andere, so auch die Rheinländer und Katja und ich, planen noch einen Zwischenstopp im kleinen Ort Teo (auf keiner Karte zu finden) und wollen dann morgen, an Karfreitag, gaaaanz entspannt an der Kathedrale von Santiago ankommen.

Ich frische mal kurz die Erinnerung an die Strecke des Caminho Portugués auf, wer soll sich das denn sonst alles merken 😉 ? Ich bin gerade ca. 4km von Padron entfernt, Start war vor 17 Tagen und ca. 250km in Porto…

Dazwischen haben wir schon viel erlebt, ich möchte keinen Kilometer missen, würde nun am liebsten noch welche dazubasteln. Es geht vielen, die ich treffe, ähnlich. Anfangs denken die meisten ans Ankommen, so vieles ist ungewiss, später sorgen dann der Genuss des Weges, des Laufens, des Entschleunigens und des einfachen Lebens, manchmal sogar die Kilometer des Leidens für die Freude am Jakobsweg. Und plötzlich könnte es (ich) noch lange so weitergehen!  Weiterlesen

Buen Camino! 27 – Zieleinlauf

Ponte Ulla –> Santiago de Compostela – Zielankunft. 20 km. 14. April. Karfreitag

Trotz Einzelzimmer im Hotel höre ich die frühen Pilger erwachen. Dann die letzte Vorbereitung auf den walk, das letzte Frühstück vor Santiago. Die Spanier sind schon weg, Jessica sitzt noch beim Kaffee, aber auch nicht lange. An der Hotelbar kaufe ich noch die bekannten Jakobsmuscheln (mit denen ich mich mittlerweile auch angefreundet habe) zum Verschenken und ziehe los… um mich erstmal wieder zu verlaufen. Mist, habe nicht aufgepaßt, wie es von hier weitergeht. Darum laufe ich eine schöne Runde im Kreis bergab und bergauf um dann erneut am Ausgangspunkt Hotel zu landen und den gelben Pfeil zu finden. Hahaha. Toller Start 😉 Ein Pilger sitzt mir im Nacken. Das kenne ich gar nicht mehr. Ich erhöhe mein Tempo, um Abstand zu gewinnen. Trotz des Anstieges bin ich gut in meiner Kraft. Und schnell warm. Der Tag fängt gerade an, die Luft ist noch feucht und kühl, aber der ansteigende Berg bringt mich schnell auf Temperatur.

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Buen Camino! 26 – Callas…

… begleiten mich heute den ganzen Tag.

Transfontao –> Ponte Ulla – letzte Station vor Santiago – 22 km. 13. April Gründonnerstag

Heute ist länger schlafen angesagt. Warum? Nur 20 km liegen vor mir, was soll ich da so früh ankommen? Mal ehrlich! Nach dem Ritt von gestern kommt mir die Strecke heute fast lächerlich vor. So schnell ändern sich die Perspektiven dazu. Ich kann mich kaum an andere Sichtweisen dazu erinnern 😉 Hahaha. Na auf jeden Fall habe ich echt ein kleines Motivationsproblem heute morgen. Was soll ich jetzt machen? Einfach loslaufen…!

Direkt umme Ecke begegnen mir die ersten Kühe des Tages. Guten Morgen, ihr lieben Rindviecher. Während ich wieder in die „große weite Welt“ aufbreche, finden die hier gerade ihren Weg nach Hause in den Stall. Weiterlesen

Buen Camino! 25 – Läuft bei mir

Oseira –> Pazo Transfontao (vor Silleda). 38 km. 12. April.

Guten Morgen. Es ist 4 Uhr. Gute Nacht um 5 Uhr. Und wieder guten Morgen um 7 Uhr. Als ich aufwache, sind fast alle schon weg. Nur eine Familie mit ihren 2 Kindern ist noch anwesend. Flüsternd weckt die Mama ihre Kleinen auf und umsorgt sie fürsorglich. Dann schaltet sie das Deckenlicht an. Und als sie mich entdeckt, erschrickt sie. Und entschuldigt sich bei mir fürs Wecken. Sie lässt sich kaum von mir beruhigen, erst als ich wiederholt versichere, dass alles okay ist… Mittlerweile habe ich schon festgestellt, dass ich entweder einer der ersten oder einer der letzten beim Aufstehen bin. Nie in der Mitte 😉 Bevor ich mich davonmache, hinterlasse ich ein paar Worte im Gästebuch:

„El Senor es clemente…“ – „Der Herr ist gnädig…“ Ist sozusagen mein Dankesgruß für die kostenlose Übernachtung, die ich hier (unabsichtlich) hatte. Bin spät dran. Draußen ist der Tag schon erwacht und taucht das Kloster in ein schönes Licht. Mein Weg geht bergan. Auf der ersten Anhöhe genieße ich noch einmal den Blick zurück und sende meiner Oma den ersten Gruß des Tages. Sie wäre heute 94 Jahre alt geworden. Wenn sie nicht im letzten Jahr gegangen wäre… Gute Reise, Oma!

Ich bin schon gespannt, wann ich die anderen einholen werde. Denn wenn ich mich nicht irre, höre ich in der Ferne Stimmen. Aber nix da. Niemand zu sehen. Weiterlesen

Buen Camino! 24 – Steile Sache

Ourense –> Monasterio de Oseira. 30 km. 11. April.

Ach du Scheiße! Das ist mal richtig krass. Große Herberge, großer Krach. Die Schülerbande kriegt sich erst nicht ein zur Nacht, da helfen auch keine „Sssccchhhtt“  und „silencio“-Rufe der schläfrigen Gäste. Und am Morgen hauen die früh ab 5 Uhr rein, dass alle wach sind. Boah. Ordentlich. Da hilft auch tiefes Atmen nicht mehr. Aber Musik auf die Ohren, dann geht´s 😉 Halb sieben erhebe ich mich endlich und widme mich mal wieder der Wundversorgung meiner Blasen. Das nimmt leider immer viel Zeit in Anspruch. 1 Stunde später bin ich endlich bereit zum Aufbruch. Die deutsche Nachbarin vom Bett gegenüber ist kurz vor mir weg. Wo ich frühstücke, weiß ich schon, gleich gegenüber war ich ja gestern Abend schon schmausen. Obwohl sich die Abläufe jeden Morgen wiederholen, spüre ich doch immer wieder die Ungeduld des Aufbruchs. Dann geht es endlich los. Bei leichter Morgendämmerung strahlt mich der Vollmond an. Heute habe ich Glück, die Kathedrale ist offen und ich platze mitten in die Andacht rein. Alles in Stille natürlich. Der Rundgang drinnen lohnt sich zur inneren Justierung. Dann breche ich auf und genieße die ersten Sonnenstrahlen und alles, was sie beleuchten.

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Buen Camino! 23 – Abschied in Galizien

Lubián –> A Gudina. 10. April. 24 km. 7 Stunden. A Gudina –> Ourense 100 km. 1h.

Die kleine Herberge war gut gefüllt heute Nacht, denn ein paar Biker haben sich noch einquartiert. Die Heizungen liefen die ganze Nacht, es war warm und stickig und geräuschvoll. Um 6 Uhr „schleichen“ sich die Mädels raus. An Schlaf ist nicht mehr zu denken… Um 7.30 Uhr starten Marcel, Willi und ich nach gemeinsamem Frühstück. John und Jeannie haben wieder nobel im Hotel übernachtet 😉

Ich sehe den Vollmond am frühen Morgen. Und bin voller Power. Kein Vergleich zum gestrigen Tag. Beim gemütlichen Wandern spüre ich meinen Drang nach Geschwindigkeit. Und dem gebe ich nach. Es geht heute bergauf bergab. Doch ich „sprinte“ die Berge hoch und runter. Ich kann nicht anders, diese Energie muß raus. Was für einen Spaß das macht. Die eigene Kraft so zu spüren und damit schalten und walten zu können. Freude pur. Bis ich mitten im Wald verlorengehe. Weiterlesen